Einführung in die Geschichte der Münzstätte Freiberg

Vorbemerkungen

Freiberg und später Muldenhütten war über Jahrhunderte eine der bedeutendsten sächsischen Münzstätten und wurde über 350 Jahre als sächsische Hauptmünzstätte bezeichnet. Die Geschichte dieser Einrichtung weiter zu erforschen und die Veröffentlichung neuer Erkenntnisse hierbei ist ein wichtiges Anliegen der Freiberger Münzfreunde.

Als Einführung in die Problematik und allgemeine Gesamtübersicht werden in diesem Beitrag die einzelnen Münzperioden, in denen Freiberg als Münzstätte in Erscheinung tritt, übersichtlich dargestellt und in groben Zügen erläutert. Unseren Publikationen (speziell den beiden Bänden „Die Münzstätte Freiberg“ von Hans Friebe und Christel Grau und zahlreichen Freiberger Münzblättern) sind dann auch detailliertere Darstellungen des derzeitigen Kenntnisstandes über die einzelnen Perioden zu entnehmen.

Mit diesen Publikationen wurde eine lebhafte Diskussion angeregt und wir hoffen auch in weiterer Zukunft diesbezügliche Arbeiten publizieren zu können. Mit großer Spannung erwarten wir auch die Veröffentlichung weiterer Fundberichte, denn die Auswertung der Münzfunde, besonders aus der Brakteaten- und der Groschenperiode lassen noch viele neue Erkenntnisse erwarten.

Die Einteilung der Prägeperioden

Es sind für die Münzstätte Freiberg vier Prägeperioden zu unterscheiden:

I. Brakteatenperiode ca. 1174-1339

II. Groschenperiode 1338-1525

III. Talerperiode 1525-1556

IV. Markwährungsperiode 1887-1953

Diese Perioden sind deutlich abzugrenzen und sie zeigen auch die überregionale Wirksamkeit finanztechnischer Entwicklungen auf, da gleichartige Perioden für fast alle Münzstände Mitteleuropas zu unterscheiden sind.

Zum Werden des Vereins der
„Freiberger Münzfreunde e.V.“ (FMF)

Kurz nach den ersten Silberfunden im Jahr 1168 begann die Errichtung einer Münzstätte und damit für die Stadt Freiberg eine sehr lange Prägetradition. Sie reicht von den Anfängen im 12. Jahrhundert bis zur Aufhebung der Münzstätte 1556 durch Kurfürst AUGUST, um dann wieder in Muldenhütten von 1886/87 bis 1953 mit dem Münzzeichen E neu aufzuleben. Naturgemäß erfreuen sich diese Gepräge großer Beliebtheit bei der Sammlerschaft. weiter lesen »