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Freiberg
ist eine über 800jährige, traditionsreiche, aus dem Bergbau heraus
entstandene Stadt, die der ganzen Breite der dem Bergbau folgenden
Industrien und Einrichtungen Heimat bot. Das sind Hütten und Hammerwerke,
eine Pulvermühle, wasserwirtschaftliche Bauten über Teiche, Röschen, Brücken
bis zum Schiffshebewerk, Blei- und Metallverarbeitungsbetriebe, eine Münzstätte
sowie Einrichtungen der Verwaltung wie das Sächsische Oberbergamt, das
Oberhüttenamt und die Generalschmelzadministration, die Bergakademie und
die Bergschule Freiberg.
Markgraf HEINRICH der Erlauchte (1221 - 1288), auch der Prächtige (der
Minnesänger) genannt, erwähnt in einer Urkunde, datiert vom 15. Februar
1244, erstmals die MONETA VRIBERC. Der Inhalt dieser Urkunde und
umfangreiche heimatgeschichtliche Forschungen lassen jedoch den Schluss
zu, dass bereits sein Vater DIETRICH I. der Bedrängte (1195-1221) und Großvater
OTTO der Reiche (1156-1190) sich Münzstätten in Freiberg unterhalten
haben müssen.
Geprägt wurde in Freiberg dann bis 1556. Kurfürst AUGUST I. (1533-1586) veranlasste
die Schließung der Münzstätten Freiberg, Annaberg und Schneeberg und
ihre Verlegung nach Dresden. Er wollte damit den weiteren Ausbau der
zentralistischen Macht in Sachsen befördern.
Mit dem Ausbau der Landeshauptstadt Dresden und dem damit bedingten
Platzbedarf einerseits und dem sich abzeichnenden Niedergang des
Erzbergbaus im Erzgebirge andererseits erfolgte nach längeren
Vorbereitungsarbeiten der Umzug der Sächsischen Staatsmünze 1887 nach
Muldenhütten bei Freiberg. Dort wurden bis 1953 Geld mit dem Münzbuchstaben
"E" und eine Vielzahl von Medaillen geprägt. Herausragend ist die Prägung
des 3-Mark-Stückes von 1917 auf 400 Jahre Reformation mit FRIEDRICH dem
Weisen im Bild, das von FRIEDRICH WILHELM HÖRNLEIN geschaffen wurde.
Die Freiberger Münzsammler hatten ihre Heimstatt im 1860 gegründeten
Altertumsverein. Dieser besaß eine umfangreiche Münz- und
Medaillensammlung, besonders zum Bergbau- und Hüttenwesen. Die Sammlung,
ab 1903 im König-ALBERT-Museum (später dann Stadt- und Bergbau-Museum),
wurde 1945 an verschiedene Orte ausgelagert und nach Kriegsende zum großen
Teil gestohlen. Nur ein übrig gebliebenes Inventarverzeichnis gibt noch
Auskunft über die damals sehr bedeutenden Bestände.
Im Jahr 1966 schlossen sich die Freiberger Münzsammler unter dem Dach des
Kulturbundes zu einer Fachgruppe Numismatik zusammen. Aber erst 1986
gelang anlässlich der Jubelfeier 800 Jahre Freiberg unter trickreicher
Umgehung des Metallverwendungsgesetzes die Prägung von 2 Medaillen in
Neusilber und Kupfer. Bereits ein Jahr später folgte eine Medaillensuite
auf den 1. Jahrestag des Aufzuges der neu gegründeten Berg- und Hüttenparade,
die anlässlich der 800-Jahrfeier erstmals aufgezogen war. Die Prägung
erfolgte zeitbedingt in Eisen.
Zur Wendezeit hat sich am 2. Oktober 1990 die FG Numismatik in der
Gesellschaft für Heimatgeschichte im Kulturbund der DDR mit ihren 75
Mitgliedern aufgelöst. Zeitgleich fanden sich wieder 33 Münzsammler
zusammen und gründeten als Rechtsnachfolger den eingetragenen Verein der
Freiberger Münzfreunde e.V. (FMF e.V.).
Heute
sind es 46 Mitglieder, davon 17 Auswärtige.
1990 wurde die
Emittierung von Medaillen als Sächsisches Erzeugnis beschlossen und ab
1991 realisiert. Idee, Entwurf und grafische Gestaltung liegen in
Freiberger Händen, Stempelherstellung und Prägung erfolgt durch
die 1. Dresdner Medaillenmünze Glaser & Sohn GmbH in Dresden. Die nunmehr schon
umfangreiche Reihe dieser Medaillen wird hier als Katalog vorgestellt (der
selbstverständlich mit jeder neues Ausgabe aktualisiert wird).
Ausführlich
zu den Prägungen berichten auch die "Freiberger Münzblätter"
(FMBl.), von denen bisher 16 Hefte, eine Beilage (als kompletter
Medaillenkatalog bis 2003) und mehrere Sonderhefte erschienen
sind. Diese umfangreiche Publizistik ist Ausdruck eines aktiven
Vereinslebens, zu dem auch neben den monatlichen Zusammenkünften mit
Tausch und Vorträgen vor allem unsere beiden im Frühjahr und Herbst
eines jeden Jahres stattfindenden Münzbörsen in der Mensa der FREIBERGER
BERGAKADEMIE gehören.
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