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Die Medaillen der Freiberger Münzfreunde e.V. 

ab 1986

Hans Friebe

Bestellinfo

Freiberg ist eine über 800jährige, traditionsreiche, aus dem Bergbau heraus entstandene Stadt, die der ganzen Breite der dem Bergbau folgenden Industrien und Einrichtungen Heimat bot. Das sind Hütten und Hammerwerke, eine Pulvermühle, wasserwirtschaftliche Bauten über Teiche, Röschen, Brücken bis zum Schiffshebewerk, Blei- und Metallverarbeitungsbetriebe, eine Münzstätte sowie Einrichtungen der Verwaltung wie das Sächsische Oberbergamt, das Oberhüttenamt und die Generalschmelzadministration, die Bergakademie und die Bergschule Freiberg.

Markgraf HEINRICH der Erlauchte (1221 - 1288), auch der Prächtige (der Minnesänger) genannt, erwähnt in einer Urkunde, datiert vom 15. Februar 1244, erstmals die MONETA VRIBERC. Der Inhalt dieser Urkunde und umfangreiche heimatgeschichtliche Forschungen lassen jedoch den Schluss zu, dass bereits sein Vater DIETRICH I. der Bedrängte (1195-1221) und Großvater OTTO der Reiche (1156-1190) sich Münzstätten in Freiberg unterhalten haben müssen.

Geprägt wurde in Freiberg dann bis 1556. Kurfürst AUGUST I. (1533-1586) veranlasste die Schließung der Münzstätten Freiberg, Annaberg und Schneeberg und ihre Verlegung nach Dresden. Er wollte damit den weiteren Ausbau der zentralistischen Macht in Sachsen befördern.

Mit dem Ausbau der Landeshauptstadt Dresden und dem damit bedingten Platzbedarf einerseits und dem sich abzeichnenden Niedergang des Erzbergbaus im Erzgebirge andererseits erfolgte nach längeren Vorbereitungsarbeiten der Umzug der Sächsischen Staatsmünze 1887 nach Muldenhütten bei Freiberg. Dort wurden bis 1953 Geld mit dem Münzbuchstaben "E" und eine Vielzahl von Medaillen geprägt. Herausragend ist die Prägung des 3-Mark-Stückes von 1917 auf 400 Jahre Reformation mit FRIEDRICH dem Weisen im Bild, das von FRIEDRICH WILHELM HÖRNLEIN geschaffen wurde.

Die Freiberger Münzsammler hatten ihre Heimstatt im 1860 gegründeten Altertumsverein. Dieser besaß eine umfangreiche Münz- und Medaillensammlung, besonders zum Bergbau- und Hüttenwesen. Die Sammlung, ab 1903 im König-ALBERT-Museum (später dann Stadt- und Bergbau-Museum), wurde 1945 an verschiedene Orte ausgelagert und nach Kriegsende zum großen Teil gestohlen. Nur ein übrig gebliebenes Inventarverzeichnis gibt noch Auskunft über die damals sehr bedeutenden Bestände.

Im Jahr 1966 schlossen sich die Freiberger Münzsammler unter dem Dach des Kulturbundes zu einer Fachgruppe Numismatik zusammen. Aber erst 1986 gelang anlässlich der Jubelfeier 800 Jahre Freiberg unter trickreicher Umgehung des Metallverwendungsgesetzes die Prägung von 2 Medaillen in Neusilber und Kupfer. Bereits ein Jahr später folgte eine Medaillensuite auf den 1. Jahrestag des Aufzuges der neu gegründeten Berg- und Hüttenparade, die anlässlich der 800-Jahrfeier erstmals aufgezogen war. Die Prägung erfolgte zeitbedingt in Eisen.

Zur Wendezeit hat sich am 2. Oktober 1990 die FG Numismatik in der Gesellschaft für Heimatgeschichte im Kulturbund der DDR mit ihren 75 Mitgliedern aufgelöst. Zeitgleich fanden sich wieder 33 Münzsammler zusammen und gründeten als Rechtsnachfolger den eingetragenen Verein der Freiberger Münzfreunde e.V. (FMF e.V.).

Heute sind es 46 Mitglieder, davon 17 Auswärtige.

1990 wurde die Emittierung von Medaillen als Sächsisches Erzeugnis beschlossen und ab 1991 realisiert. Idee, Entwurf und grafische Gestaltung liegen in Freiberger Händen, Stempelherstellung und Prägung erfolgt durch die 1. Dresdner Medaillenmünze Glaser & Sohn GmbH in Dresden. Die nunmehr schon umfangreiche Reihe dieser Medaillen wird hier als Katalog vorgestellt (der selbstverständlich mit jeder neues Ausgabe aktualisiert wird).

Ausführlich zu den Prägungen berichten auch die "Freiberger Münzblätter" (FMBl.), von denen bisher 16 Hefte, eine  Beilage (als kompletter Medaillenkatalog bis 2003) und mehrere Sonderhefte erschienen sind. Diese umfangreiche Publizistik ist Ausdruck eines aktiven Vereinslebens, zu dem auch neben den monatlichen Zusammenkünften mit Tausch und Vorträgen vor allem unsere beiden im Frühjahr und Herbst eines jeden Jahres stattfindenden Münzbörsen in der Mensa der FREIBERGER BERGAKADEMIE gehören.